Nieselregen und eine Temperatur unter 15 °C empfingen uns am ersten Mittwoch der Herbstferien zum diesjährigen Gruppenleiterlehrgang auf dem Handwerkerhof.

Der Bund Antares aus Waldbronn, durch vier Teilnehmer und doppelt so viele Helfer vertreten, die gekommen waren, um Freunde und Bekannte vom letzten GLL wieder zu sehen, trafen gemütlich mit dem Auto, pünktlich zur abgemachten Uhrzeit ein. Alle anderen, die Bünde Lorièn und PBM aus Mannheim sowie die Grauen Reiter, durch zwei bis drei Teilnehmer vertreten und der Pfadfinderbund Nordbaden mit 5 Personen, trafen mit geringen Verspätungen ein. Die sechs Leute der Neuen Trucht aus Villingen-Schwenningen glänzten dank Streiks von GDL und deutscher Bahn durch eine zweistündige Verspätung. Diese verhinderte eine ausführlichere Vorstellungsrunde und so mussten Namen auf Klebeband vorerst genügen um alle miteinander bekannt zu machen.

Noch am Nachmittag begann der erste Vortrag über Fahrtenessen und Portionenberechnungen und jeder machte sich fleißig Notizen. Bündische Rezepte wurden ausgetauscht und eine Brotmahlzeit überbrückte die Pause zum nächsten Vortrag. (Das Essen vollzog sich noch sehr schweigsam.)
Der folgende Beitrag behandelte die rechtlichen Grundlagen und die Aufsichtspflicht eines jeden Gruppenleiters. Leider zog sich dieser (höchstinteressante) Vortrag bis weit nach 22.00 Uhr, sodass, nachdem man beschlossen hatte, den Rest zum Recht zu vertagen, die meisten sich alsbald in ihren Betten verkrochen.

In den nächsten Tagen wurde einiges gelernt, gelehrt und berichtet. Diskussionen wurden geführt und Erfahrungen ausgetauscht. Große Themenblöcke behandelten die Formen, Methoden & Ziele der Gruppenarbeit, den Tabubruch und das Thema Sexuelle Gewalt, was spannende und geistreiche Diskussionen zu etwa Rassismus und sexuellen Übergriffen auslöste, aber auch Dinge wie Großfahrtenplanung, Unfallvorsorge, Versicherung und die Geschichte der bündischen Jugendbewegung wurden angesprochen. In der Praxis übte man sich im Aufbau von Kohte und Jurte (wobei sich einige besser, andere schlechter anstellten) und eine lehrreiche zweistündige Wanderung durch die morgendliche Kälte klärte uns über (5) verschiedene Bäume auf. Spiele wie Time-Run, Ninja, Sardinenbüchse und Dunkelverstecken versüßten uns die Nachmittage bzw. Abende und sollten neben der allgemeinen Belustigung lehrreich für eigene Gruppenstunden sein.

Als Abschluss des zweiten Tages wurden alle Freiwilligen zu einem Burgenspiel im nächtlichen Wald geladen. Schnell waren zwei Mannschaften gefunden, doch da man aufgrund der Dunkelheit kaum die Hand vor Augen sah, spielte man bevorzugt in der Nähe des Waldrandes. Dreckig und voller Dornen begab man sich nach guten 20 Minuten Spielens wieder glücklich zurück zum Handwerkerhof.

Die Babykatze am Nachbarhaus war ein täglicher Treffpunkt aller Tierliebhaber. Die dort wohnende Frau fütterte die streunenden Katzen, die dort vielzählig um den Handwerkerhof leben. Ein Muttertier und ihr Nachwuchs hatten sich vor der Türe des Hauses einquartiert, doch die sinkenden Temperaturen bekamen dem Baby nicht gut, sodass einige der Teilnehmer das Tier mit nach Hause nehmen wollten.

Da mit der Zeit immer mehr Helfer kamen, und diese sich auch nicht davor scheuten, sich die ein oder andere Matratze von den Teilnehmern zu ziehen, wurde es mit der Zeit immer enger und auch kuschliger... Am Freitagabend war dann Halloween und während zu Hause wahrscheinlich schon ausgelassen gefeiert wurde, vermisste man rund um den Handwerkerhof jegliches Anzeichen von Grusel, Verkleidungen und Kindern, die an der Türe nach Süßigkeiten klopften.
Da der Handwerkerhof abseits jeglicher Verbindung in die nächstgrößere Stadt lag, wurde die Idee irgendwo hinzufahren bald verworfen.

Stattdessen luden die Lorièns einige Freunde ein, zum Handwerkerhof zu kommen. Von Mannheim mit der Bahn, mit dem Bus und schließlich noch zwei Kilometer zu Fuß kamen diese wirklich und während im Haus eine gemütliche Singerunde mit Tschai etc. abgehalten wurde, saßen die Lorièns draußen an einer der Feuerstellen und bereiteten den Leitern Sorgen, da diese um den Rasen bangten.

Samstag, Abschlusstag - Am Abend sollte ein Tschaiwettbewerb abgehalten werden und um möglichst gleich große Gruppen dafür zu bilden, wurden kurzerhand die Lorièns mit dem PBM
und Antares mit den Grauen Reitern gemischt. Nur die Neue Trucht und der PBN, am stärksten vertretene Gruppen am GLL, waren für sich. Im Folgenden sollte ein Rezept erstellt werden, Erfahrungen im Brauen von Tschai ausgetauscht werden. Jedoch waren diese gering und man bemächtigte sich dem Internet und Google. Während die Einkäufer das Abendessen und die Zutaten für die jeweiligen Tschais besorgten, wurde als Abschluss aller Vorträge das Spiel „Quests“ ausprobiert, das die einzelnen Teams mit verschiedenen (Extrem-) Situationen, welche in der Karriere eines Gruppenleiters auftreten konnten, konfrontierte. Die Gruppenmitglieder sollten nun das in den Vorträgen erworbene Wissen anwenden und behutsam versuchen, die Probleme zu lösen.

Die Helfer übertrafen sich wieder mal selbst und zauberten eine herzhafte Kartoffelsuppe mit Dampfnudeln zum Abendessen und danach begannen endlich die Vorbereitungen für den langersehnten Tschai-Wettbewerb. Die Einkäufer hatten nicht an Rum und Weinen gespart und die Neue Trucht prahlte mit der einzigen Flasche Wodka. Es wurde geschnippelt und kreiert und während die Töpfe über dem Feuer köchelten, versammelte man sich zur letzten Singerunde.
Im Kerzenschein sang und trank man in gemütlicher Runde und während die ersten, bevorzugt Lorièns, die gestern wenig geschlafen hatten, sich zu Bette begaben, gab es andere, die allmählich die Wirkung des Alkohols spürten.

Der nächste Tag begann früh, bei manchen nach drei Stunden oder weniger Schlaf, da der Abschlussabend noch ausgelassen genossen worden war. Nach einem kurzen Frühstück, bei dem alle Handynummern zum Erstellen einer Whatsappgruppe („Moooooodels“) gesammelt wurden, begann wie gewöhnlich der Hausputz. Glücklicherweise meldeten sich die Lorièns freiwillig, das Bad samt Duschen und Toiletten, die die letzten fünf Tage von rund vierzig Menschen benutzt worden waren, zu reinigen. Nur der PbN, der frühzeitig abgereist war, da einige Teilnehmer noch einen Auftritt hatten, entkam dem Hausputz. Rund zwei Stunden dauerte dieses Unterfangen und danach war die Zeit für den Abschied gekommen. Im Kreis im Hof wurde gesungen, das restliche Essen großzügig verteilt und durch die Vergabe der Fundsachen, kam der ein oder andere z.B. an eine neue Hose.

Schlussendlich kann man diese Tage nur preisen und den GLL jedem werdenden Gruppenleiter empfehlen. Der GLL ist nicht nur ein Lehrgang, der einen groben Überblick über das bündische Gruppenleben und die Gruppenarbeit geben soll, er fördert diese Gruppenbildung und die Kontaktaufnahme unter den einzelnen Teilnehmer immens und führt Menschen zueinander. Der GLL ist ein Ort der Gemeinschaft, ein Ort zum Lernen, zum Lachen und zum Leben, und das ist letztendlich auch das, was die Pfadfinder ausmacht.

P.S.: Ein herzliches Dankeschön an alle Vortragenden und Helfer!

Gut Pfad, Santino (PBA)

 

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